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Ella die Höhlenforscherin... (Ausflug ins Naseninnere)

Schon früh am Morgen war Ella sehr aufgeregt und unruhig. Heute wollte sie zum ersten Mal mit ihren neuen Freunden zu den Höhlen gehen und ihnen alles zeigen und erklären. Ella war schon oft alleine in den Höhlen gewesen, nachdem sie als kleines Mädchen ganz oft mit ihrem Vater dort gewesen war. Von ihm hatte sie alles gelernt, was sie über Höhlen weiß und mit ihm zusammen hatte sie diese Höhlen, zu denen sie heute gehen wollten, ganz genau kennengelernt. Ella war inzwischen eine echte Expertin geworden. Und nun konnte sie es kaum mehr abwarten, all ihr Wissen an ihre Freunde weiterzugeben.

Der Weg zu den Höhlen war nicht sehr lang, sie waren ganz in der Nähe. Aber man musste ganz schön steil bergauf klettern, um den Höhleneingang zu finden. Genauer gesagt, die beiden Eingänge, denn es waren zwei separate Eingänge, die genau nebeneinander lagen und zu zwei getrennten Höhlen führten, die im Innern ziemlich ähnlich waren. Ella war schon oft in beiden gewesen.

Endlich waren ihre Freunde da und es konnte losgehen. Die Freunde waren ebenfalls ziemlich aufgeregt, aber eher, weil sie ein bisschen unsicher waren, was nun auf sie zukommen würde. Sie waren schließlich noch nie in einer Höhle gewesen. Dort, wo sie herkamen, gab es keine Höhlen.

Ella prüfte nun noch einmal alle Sachen, die sie mitnehmen mussten, denn wenn man nicht ganz gut vorbereitet auf solch eine Expedition ging, dann konnte es gefährlich werden. Das hatte sie von ihrem Vater gelernt. Der war immer sehr gut gerüstet gewesen.

Also, war alles dabei ? Seile zum anbinden, eine aufwickelbare Strickleiter, Helme mit Lampen, Ersatzbatterien, Schwimmwesten für den Notfall, einen Hammer und einen Klappspaten und natürlich das Funkgerät und Taschenlampen.

Dann ging es los. Ella und ihre drei Freunde machten sich auf den Weg und den Anstieg zu den Höhlen. Das Wetter war gut und warm, die Stimmung war bestens und so konnte ein spannender Tag beginnen.

Bereits unterwegs begann Ella ihren Freunden einiges zu erzählen über ihre Erfahrungen mit diesen Höhlen, in die sie gleich einsteigen würden. Es waren nämlich ganz besondere Höhlen. Erstens weil es Ella´s Höhlen waren und zweitens, weil sie sie schon in so verschiedenen Zuständen angetroffen hatte. Sie war selber gespannt, wie sich ihnen diese Höhlen heute präsentieren würden.

Normalerweise weht immer ein recht starker Wind, der abwechselnd in die Höhlen reinbläst und wieder herauskommt. Das ist nicht weiter schlimm, aber ziemlich gewöhnungsbedürftig. Man kann sich recht gut orientieren und die Höhlen bieten auch gut Platz, um sich zu bewegen und sich umzuschauen. Es sei denn, und das hatte Ella schon viele Male erlebt, die Wände der Höhlen sind aufgequollen und sehr nass. Dann ist alles sehr eng und glitschig. Oft ist dann auch kein Wind da und es riecht etwas komisch. Wenn die Wände ganz arg geschwollen sind, kommt man kaum in die Höhlen hinein. Einmal ist es Ella passiert, erzählt sie sehr aufgeregt, dass ihr und ihrem Vater eine rote Springflut entgegen kam. Sie füllte den ganzen Höhlenboden der Haupthöhle, und sie hatten sehr viel Glück, dass sie nicht mitgerissen wurden und aus dem Höhleneingang hinausgeschleudert worden sind. Oder, was noch viel schlimmer gewesen wäre, in den Höhlengrund im Höhleninnern gespült wurden. Dieser Höhlengrund ist unerforscht , jedenfalls ist Ella dort noch nie gewesen. Ihr Vater hat ihr immer verboten, sich zu weit in die Haupthöhle vorzuwagen, denn am Ende bricht die Höhle steil ab und es ist dort sehr rutschig. Ihr Vater hat gesagt, dort geht es endlos abwärts, keiner weiß, wie tief und am Grund soll ein See mit ätzender Säure liegen, der alles zerfrisst, was in ihn fällt. Naja, darauf kann man verzichten, und so hatte Ella diesen Teil bislang gemieden.

Die Höhle besteht aus einer Haupthöhle und vier kleineren Seitenhöhlen, die man von der Haupthöhle aus erreichen kann, wenn diese nicht geschwollen ist, erklärte Ella eben noch, als die vier den Eingang des linken Höhlenflügels erreichten.

Wenn wir jetzt in die Höhle hineingehen, befiehlt Ella ihren Freunden, dann müssen wir dicht zusammen bleiben. Am Anfang müssen wir uns durch dichtes Gesträuch schlagen.

Die vier machen gespannt die ersten Schritte in den Höhleneingang. Lange Haare versperren den Weg: Sie wachsen in alle Richtungen und müssen mit aller Kraft zur Seite gebogen werden. Der Höhlenboden ist trocken, sagt Ella, das ist ein gutes Zeichen. Noch ein kurzes Stück und wir haben die Haare hinter uns.

Dann stehen sie am Fuße der Haupthöhle. Sie schalten ihre Lampen ein, es ist schon sehr dunkel geworden. Im Schein der Lampen erkennen sie die Ausmaße der Haupthöhle. Es ist kühler und feuchter als draußen, aber man kann gut sehen. Die Wände scheinen nicht geschwollen zu sein, sagt Ella, wir haben Glück. Also kann ich euch erklären, was hier zu sehen ist. Die Haupthöhle besteht aus drei Gängen, dem unteren, dem mittleren und dem oberen Nasengang. So hat sie mein Vater getauft.

Diese Gänge liegen hinter den großen Muscheln verborgen, die in die Haupthöhle hineinragen. Wir müssen dort nachher durchgehen. Vom mittleren Nasengang dort oben kommen wir in die beiden größeren und in kleinere Seitenhöhlen. Die eine heißt Kieferhöhle, die andere Stirnbeinhöhle, die kleineren Siebbeinzellen. Über der oberen Muschel liegt der Zugang zur Keilbeinhöhle. Sie sind nur durch eine kleine Öffnung zu erreichen. Wir müssen uns anseilen und brauchen unsere Strickleiter, damit wir in diese Höhlen klettern können. Es ist dort stockdunkel, weil sie keinen Zugang nach außen haben.

Während Ella alles erklärt, gehen die vier weiter in die Haupthöhle hinein. Es wird immer dunkler, die Luft riecht seltsam und fühlt sich feucht an. Sie können deutlich den Wind fühlen, der, wie es Ella gesagt hat, mal von außen und mal von innen kommt. Von außen ist er frischer, von innen wärmer. Alle sind bis aufs Äußerste gespannt. Die Höhle ist etwas glitschig, aber man kann sich gut fortbewegen.

Langsam schreiten sie durch den unteren Nasengang. Über ihnen hängen die drei großen Muscheln und wirken bedrohlich, wenn sich die Lichtstrahlen der Helmlampen über die rauhe, aber glänzende Oberfläche bewegen. Auf der gegenüberliegenden Seite steigt ein nahezu senkrechte Wand nach oben. Sie ist spiegelglatt und glänzt ebenfalls im Lampenschein.

Dort wollte mein Vater einmal hinaufklettern. Die Wand heißt Septum. Aber er ist gescheitert, weil die Wand zu glatt war, und weil wenig später die Schwellung der Muscheln einsetzte. Er drohte zerquetscht zu werden, und so musste er aufgeben und die Höhle verlassen. Ella war sehr cool, als sie dies erzählte. Die anderen drei sagten gar nichts, sondern staunten nur und fühlten sich nicht sonderlich behaglich.

Hier verlassen wir den unteren Nasengang und steigen nach oben zum mittleren Nasengang. Jetzt müssen wir uns anseilen. Sie zeigt ins Dunkel hinein. Wenn wir hier weitergehen würden, dann kommen wir an die Abbruchstelle. Aber ich weiß nicht genau, wo sie beginnt. Ihr wisst schon, dort wo man in den Säuresee fallen kann. Es ist besser, wenn wir dort heute noch nicht hingehen. Alle nicken zustimmend und wortlos.

Als sie sich angeschnallt haben, klettern sie aufwärts. Sie haben jetzt auch noch ihre Taschenlampen in der Hand, um besser sehen zu können. Die riesigen Muscheln verdecken jegliche Sicht in die Haupthöhle und zurück zum Eingang. Es ist stockfinster. Man hört ein leichtes Rauschen vom Wasser, das überall an den Muschelwänden nach unten fließt. Ella scheint genau zu wissen, wo sie langklettern muss. Die drei folgen ihr. Sie haben längst die Orientierung verloren. Aber Ella ist eine sehr umsichtige Führerin. Sie leuchtet den Raum vor ihnen sehr gut aus mit ihren Lampen, so dass alle ahnen, wo es weitergehen wird. Ella war schon etliche Male hier und weiß, wo sich der Eingang in die anderen Höhlen befindet. Da ist er, ruft sie überglücklich, und der Schall ihrer Worte klingt durch die riesige Halle der Haupthöhle. Noch ein paar Meter steil aufwärts und eine kleine Öffnung, gerade groß genug zum Eintreten, liegt vor ihnen. Die zweite Muschel ist mittlerweile so dicht am Gang, dass zwischen Muschel und Wand nurmehr wenig Platz ist. Die vier können sich gut vorstellen, was passiert, wenn die Höhlenwände und Muscheln anschwellen. Ella nimmt die allgemeinen Gedanken vorweg: Keine Angst. Die Wände schwellen nicht so schnell an. Zuerst beginnt Wasser an den Wänden herunterzulaufen und es wird deutlich wärmer. Dann müssen wir schnell raus hier. Noch wärmer, denken die drei und schwitzen bereits ziemlich von der angestiegenen Temperatur und vom klettern. Zum Glück haben sie sich nicht so dick angezogen. Das war ein guter Rat von Ella gewesen.

Diese Seitenhöhle heißt Kieferhöhle. Ich war schon viele Mal hier. Wir werden uns jetzt bis auf den Grund der Höhle abseilen. Aber einer von uns sollte hier oben bleiben, nur für alle Fälle. Es gibt nur diesen einen Weg zurück. Unten in der Höhle ist es einfach super. Man verliert total die Orientierung für oben und unten und es hat einen irren Schall. Kommt, lasst uns gehen. Einer nach dem anderen. Ella versucht, mit ihrer Lampe auf den Höhlenboden zu leuchten, aber der Schein verschwindet in der Dunkelheit. Nichts ist zu sehen außer totaler Schwärze.

Die zwei, die sich bereiterklärt haben, mit hinabzusteigen, wollen wissen, ob es dort unten auch einen Säuresee gibt oder irgendetwas anderes Gefährliches. Ella beruhigt sie. Normalerweise ist dort alles trocken, aber für heute kann ich es auch nicht sagen. Mein Vater hat mal erzählt, es gäbe in diesen Höhlen kleine gefräßige Monster mit spitzen Zähnen - Ella lacht leise - aber ich hab bislang noch keine entdeckt. Wir werden ja sehen. Und schon ist sie im Dunkel verschwunden. Man sieht nur noch ihre Lampe, die immer kleiner wird. Als die anderen nachfolgen, hört man Ella plötzlich laut rufen. Sie schreit und ihre Schreie schallen durch die Höhle, das einem das Blut in den Adern gefriert. Zuerst fürchten sich die anderen, doch dann stimmen sie mit ihren Schreien ein und es entsteht ein gespenstisches Schreikonzert. Der Schall reflektiert von den Höhlenwänden und niemand weiß mehr, wo sich die Schreienden aufhalten. Eine irre Szenerie, die noch von den Strahlen der Lampen verstärkt werden, die durch die Höhle gleiten und im Nichts enden.

Dann ist plötzlich Ruhe, totale Stille.

Für mehr als eine Ewigkeit hört man gar nichts. Der oben zurück gelassene bekommt Angst. Er kann auch die Lichter nicht mehr sehen.

Doch plötzlich fährt ein Donnerschrei durch die Höhle. Darauf folgt ein lautes Lachen. Die drei am Höhlengrund haben ihre Lampen wieder angeschaltet und leuchten sich gegenseitig an und schreien und lachen. Sehr witzig, denkt sich der vierte am Höhlentor und muß auch lachen. Kommt wieder rauf, ruft er. Ich will weiter und auch in eine andere Höhle einsteigen.

Als alle wieder oben sind und die Strickleiter eingerollt ist, fallen Sie sich in die Arme und sind glücklich, diese erste Höhle gemeistert zu haben, Sie schwitzen und ihr Atem geht schnell von der Anstrengung und der Aufregung.

Welche Höhle sollen wir nun machen ? Ella fragt voller Tatendrang. Also zur Stirnbeinhöhle müssen wir nach links ziemlich steil nach oben. Das ist aber nur ein kurzes Stück und der direkte Weg. Zur Keilbeinhöhle geht´s rechts lang, der Weg ist länger und am Ende müssen wir klettern. Mein Vater hat dort einen Kletterweg markiert. Wir müssen uns einklinken und es dauert etwas bis zum Eingang der Höhle.

Und was ist mit den Siebbeinzellen ? wollen die anderen wissen. Ella schaut nach oben. Die sind ganz oben unter dem Höhlendach. Ich glaube, da kommen wir heute nicht hinein, dafür sollten wir mehr Zeit haben und wirklich gut klettern können. Außerdem schlafen dort Fledermäuse, Millionen von ihnen. Sie fliegen jeden Abend hinaus und kommen erst am frühen Morgen wieder.

Nee, rufen alle zusammen, dann lieber nicht dorthin.

Also gehen wir zunächst zur Stirnbeinhöhle. Alle sind einverstanden und folgen Ella, die gar nicht auf eine Antwort gewartet hat und schon losgegangen ist.

Wisst ihr, mein Vater und ich haben einmal einen Spaten und eine Spitzhacke mit in die Stirnbeinhöhle genommen. Wir wollten uns einen Ausgang frei schlagen, denn die Außenwand der Höhle ist nur recht dünn – naja, zumindest dachten wir das – und sie müsste über dem Haupteingang der Höhle liegen. Aber wir haben das nicht geschafft, es war zu anstrengend, der Fels einfach zu hart.

Mittlerweile ist der Weg so steil geworden, daß die Freunde sich an den Händen halten müssen, um sich gegenseitig hochzuhelfen. Es geht nur langsam voran. Ella tröstet ihre stöhnenden Höhlensteiger jedoch sofort mit der positiven Aussicht auf einen lustigen und schnellen Abstieg. Hier können wir nachher auf dem Po hinunterrutschen, das macht Spaß.

Ella leuchtete steil nach oben: dort, ich sehe den Einstieg, nur noch ein paar Meter. O.k. wir müssen uns gegenseitig durch den Höhleneingang hochhelfen. Zuerst werfen wir die Ausrüstung hinein. Ich gehe zuletzt und ihr zieht mich hoch. Alle tun was Ella sagt, und so kommen sie ohne Probleme, aber mit viel Mühe durch den Höhleneingang.

Natürlich ist es auch hier stockdunkel. Diese Höhle scheint kleiner und enger zu sein als die vorherige. Es gibt einen anderen Schall und die Lampen erreichen beide Seitenwände.

Ella beginnt, ihren Freunden die Beschaffenheit der Höhlenwände zu erklären. Unter einer oberen weichen Hautschicht, die immer etwas feucht ist, liegt ein sehr harter Knochen -Fels. Die Muscheln in der Haupthöhle haben diesen Fels nicht. Sie sind voll mit roter Flüssigkeit - mein Vater nannte das Blut – und sie können sich so stark vergrößern, dass die ganze Haupthöhle gefüllt wird. Dann verschließen sie auch die Eingänge zu den Seitenhöhlen wie dieser. Meistens beginnen die Muscheln und auch die Höhlenwände dann sehr nass zu werden.

Und woran merkt man, wann das losgeht, wollten alle wissen ? Sie fühlten sich zwar gerade sehr angenehm in dieser Höhle, aber bei dem Gedanken, hier nicht mehr herauszukommen, wurde ihnen doch etwas komisch.

Ella wollte gerade erklären, als sie ein deutliches Rauschen aus der Haupthöhle wahrnehmen konnten. Dann begann die Höhle plötzlich zu beben und ein lauter Donnerschlag fuhr ihnen in die Glieder. Alle sahen sich mit entsetzten Gesichtern an.

Ella wußte natürlich Bescheid, aber sie sagte erstmal nichts, sondern wartete, ob noch ein zweites Beben kommen würde. So vergingen ein paar Sekunden voller Furcht. Dann sagte Ella: alles nicht so schlimm, aber genauso fängt es an. Zum Glück sitzen wir hier oben und stehen nicht in der Haupthöhle, denn dort war gerade ein ziemlich starker Sturm, der uns vielleicht aus der Höhle herausgeschleudert hätte. Mein Vater hat gesagt, der Berg nießt, ein mögliches Zeichen für eine einsetzende Schwellung. Auch das lauter gewordene Rauschen spricht dafür. Wir sollten zurückgehen und dabei nachsehen. Aber wir müssen nichts übereilen.

Was meinst Du mit nachsehen, wollten die anderen wissen ? Naja, man kann an manchen Stellen an den Muscheln so kleine Klumpen feststellen, die normalerweise nicht da sind. Die heißen Viren und sind die Auslöser für die Schwellungen.

Langsam ließen die vier sich aus dem Höhleneingang ab und alle waren dabei irgendwie erleichtert, in dieser Höhle nicht mehr gefangen zu sein. Aber was würde nun passieren ?

Wie Ella schon angekündigt hatte, warf sie sich plötzlich auf ihren Po und lies sich mit einem irren Tempo den steilen Weg, den sie so mühsam hinaufgekrakselt waren, wieder hinunterrutschen. Es ging wirklich schnell, denn der Weg war schon deutlich nasser als vorher, und so landeten sie alle vier unter großem Lachen aufeinander kurz vor dem Eingang zur ersten Höhle.

Das Rauschen hatte deutlich zugenommen und sie meinten auch, dass die Temperatur in der Höhle angestiegen sei.

Kommt, wir schauen da vorne einmal nach, ob wir diese Klumpen finden, rief Ella und ging ganz nah an die Muschel heran, an der das Wasser herunterlief. Die Muschel beginnt zu schwellen, das habe ich schon einmal so gesehen. Also lasst uns in Richtung Ausgang weitergehen. Die andere Höhle müssen wir leider vertagen, das schaffen wir nicht mehr.

Beim Abstieg aus dem mittleren Nasengang konnten sie im Schein ihrer Lampen sehen, dass der Gang sich verengte. Es müsste ein furchtbares Gefühl sein, hier eingequetscht zu werden.

Da !! rief plötzlich einer der Freunde, da sehe ich was, was vorher noch nicht da war. Ja !! bestätigte Ella , ich sehe sie auch. Das müssen die Viren sein, geht lieber nicht zu nah daran, man weiß nicht sehr viel über sie. Auf jeden Fall wehren sich die Muscheln gehen diese Viren und werden deshalb so dick.

Vielleicht wollen sie sie zerquetschen, schlussfolgerte einer der Freunde. Kann sein, lachte Ella, so habe ich das noch nie gesehen. Jetzt wissen wir jedenfalls, das es ernst ist. Wir müssen auf dem schnellsten Weg raus hier.

Und so beeilten sich die vier, nach unten zu kommen. Was gar nicht so einfach war, weil der Boden durch das Wasser immer glitschiger wurde. Als sie endlich am unteren Nasengang angekommen waren, hatte die Schwellung schon deutlich eingesetzt und der Wind aus dem Höhleninnern war bereits richtig heiß geworden. Unterhalb des Weges floss bereits ein kleiner Bach Richtung Höhlenausgang.

Wenn wir auf dem Weg nicht mehr vorankommen und wir uns vielleicht verlieren, dann müsst ihr in den Bach springen, der fließt nach draußen, rief Ella ihren Freunden zu.

In dem Moment erschütterte ein weiteres Beben die Höhle und zwei der Freunde verloren den Halt. Sie stürzten in den Bach und wurden mit einer Welle aus dem Höhleninnern mitgerissen. Ella und der vierte Freund konnten sich gerade noch halten. Ella zog ihn an sich und gemeinsam begannen sie zu laufen. Die Schreie der anderen beiden dröhnten durch die Haupthöhle, die immer kleiner wurde.

Dann sahen sie plötzlich den Höhlenausgang. Das Wasser rauschte jetzt in Strömen von allen Wänden und tropfte von den Muscheln. Als Ella den Höhleneingang erreichte, war sie glücklich zu sehen, wie die beiden Mitgerissenen sich an den langen kräftigen Haaren im Eingang hatten festhalten können und sich aus der Strömung retteten.

Schnell raus hier, jetzt wird´s ungemütlich, schrie Ella und lief so schnell sie konnte ins Freie. Der Bach aus der Höhle lief inzwischen draußen den Berg hinunter.

Die vier setzten sich vor die Höhle, zogen ihre klatschnassen Sachen aus und ließen sich von der warmen Sonne trocknen.

Hat´s euch gefallen, wollte Ella mit einem Lachen im Gesicht wissen ? War doch echt cool, oder ? Die drei sagten nichts, sie verzogen nur ziemlich geschockt ihre Mundwinkel.

ENDE

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