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Schnupfenarten und andere Erkrankungen der Nasenschleimhaut
Schnupfen (Rhinitis) und Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) sind die weltweit häufigsten Erkrankungen.
Der Erkältungsschnupfen
Erkältungen sind fast immer Folge von schwacher Immunabwehr und treten vor allem dann auf, wenn es zu Wetterwechseln mit Temperaturveränderungen kommt und man aufgrund falsche Kleidung
gefroren hat. Aber auch emotionale Belastungen und Stress können die Immunabwehr schwächen und ein Erkältung hervorrufen. Erste Symptome sind dann Naselaufen, Niesen und behinderte Nasenatmung. Die
Schleimhaut der Nase ist sehr empfindlich und reagiert spontan. Dabei ist die Reaktion der Nasenschleimhaut ganz normal und physiologisch, denn mit Anschwellen und Laufen versucht sie, der Erkältung Herr
zu werden und Krankheitskeime fern zu halten. Eine Erkältung ist in den meisten Fällen harmlos und weder von Viren noch von Bakterien verursacht, so dass Ruhe und Wärme ausreichen, um sie zu
kurieren.
Heuschnupfen (Rhinitis allergica)
Beim Heuschnupfen reagiert die Nasenschleimhaut auf Allergene wie Blütenpollen, Tierhaare oder Hausstaub. Auch Nahrungsmittelallergien können zu einem Schnupfen führen. Die Reaktion der
Nase ist vergleichbar mit der eines Angriffs von Krankheitserregern, jedoch sind die ‘Erreger’ im Falle der Allergie an sich ganz unschädlich. Lediglich die immunologische Reaktion des Körpers auf die
Allergene ist fehlgesteuert und überschießend, so dass die Schleimhaut mit einer massiven Schupfenreaktion versucht, die Eindringlinge loszuwerden. Beim allergischen Schnupfen schwillt die Nase nicht nur
zu, sondern das ausgeschüttete Histamin verursacht sehr unangenehmes Jucken und vielfachen Niesen. Antiallergika können die Symptome unterdrücken, jedoch wirken die verschiedenen Medikamente nicht bei
jedem gleich gut, so dass man das für sich selbst am besten funktionierende Mittel zunächst herausfinden muss. mehr
Der virale Schnupfen
Beim viralen Schnupfen reagiert die Nasenschleimhaut auf virale Krankheitserreger, die sich auf der Oberfläche der Schleimhaut niederlassen und eine Immunreaktion auslösen. Durch vermehrte
Schleim- und Flüssigkeitsproduktion wird versucht, die Eindringlinge wegzuspülen. Gleichzeitig werden durch verstärkte Durchblutung (anschwellen) Immunzellen herbeigerufen, die die eindringenden Viren
unschädlich machen sollen. Ein viraler Schnupfen kann das Immunsystem stark beanspruchen und den Körper massiv schwächen. Zumeist schädigen die Viren die Oberfläche der Schleimhaut, so dass eine
tagelange Entzündung die Folge ist.
Bakterielle akute Rhinitis
Die bakterielle Rhinitis wird durch Bakterien hervorgerufen. Die Schleimhaut reagiert wie bei anderen Eindringlingen mit einer Abwehrreaktion und starker Schwellung. Durch vermehrte
Schleim- und Flüssigkeitsproduktion wird versucht, die Eindringlinge wegzuspülen. Gleichzeitig werden durch verstärkte Durchblutung (anschwellen) Immunzellen herbeigerufen, die die Bakterien unschädlich
machen sollen. Bakterien vermehren sich unter feuchtwarmen Bedingungen rasend schnell und scheiden Giftstoffe aus, die die Schleimhaut schädigen. Die Entzündung verursacht massive Probleme und führt zur
anhaltende Schwellung mit der Folge des Luftabschlusses der Nebenhöhlen, was zu weiteren Komplikationen führen kann. Eine antibiotische Behandlung kann angezeigt sein, wichtiger ist jedoch auch hier eine
abschwellende Behandlung, damit die Belüftung der Nase und der Nebenhöhlen wieder hergestellt wird.
Rhinitis vasomotorica
Ist die Nasenschleimhaut ständig gereizt oder nachhaltig geschädigt, funktioniert sie nicht mehr normal, sondern produziert ständig zuviel Flüssigkeit und Schleim. Bei der sogenannten
Rhinitis vasomotorica oder auch Fließschnupfen läuft die Nase andauernd. Ein erkennbarer Grund ist häufig nicht vorhanden, aber bei leichten Reizungen wie kalte oder trockene Luft beginnt die Nase stark
zu laufen und manchmal auch anzuschwellen. Nasenspülungen und Befeuchtungen können helfen, aber oft muss die zugrunde liegende Entzündung mit Kortisonsprays behandelt werden.
Nasennebenhöhlenentzündung - Rhinosinusitis
Die Nasennebenhöhlen (Stirnhöhle, Kieferhöhlen, Keilbeinhöhle und Siebbeinhöhlen) können erkranken, wenn sie durch mangelnde Belüftung nicht mehr mit Frischluft versorgt werden oder wenn
durch Blockierung der Reinigungsfunktion der Schleimhaut (mukoziliäre Clearance) Verunreinigungen oder Ablagerungen entstehen, die dann den Nährboden für chronische Reizungen oder Krankheitserreger
bilden. In den meisten Fällen ist das Zuschwellen der Belüftungsstellen der Nebenhöhlen (die Ostien) durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut der Verursacher von Nebenhöhlenproblemen. Es kann aber auch
durch anatomische Anomalien zur Blockade der Ostien kommen. Diese müssen dann meist chirurgisch beseitigt werden (Nasennebenhöhlen-Operation). Ziel der Behandlung ist immer, die Belüftungsfunktion und
die Reinigungsfunktion der Nase wieder herzustellen.
Nasenpolypen (Polyposis nasi)
Nasenpolypen sind krankhafte Wucherungen der Nasenschleimhaut, die häufig am Dach der Nase im Bereich der Siebbeinzellen entstehen und in den Nasenraum hineinwachsen. Sie blockieren nicht
nur die Nasenatmung, sondern verschließen häufig auch die Eingänge der Nebenhöhlen (Ostien), so dass es zu Entzündungsproblemen kommt. Nasenpolypen entstehen aufgrund immunologischer Veränderungen in der
Nasenschleimhaut, können also auch durch Allergien und Entzündungen im Körper hervorgerufen werden. Ihr Entfernung ist zwingend erforderlich, da sie die Funktionen der Nase nachhaltig stören und
verändern. Polypen können operativ entfernt werden. Im Frühstadium helfen häufig auch kortisonhaltige Nasensprays, die den Entzündungsprozess aufhalten und zur Rückbildung führen können. Kortison muss
auch nach einer Polypenentfernung langfristig angewendet werden.
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